„Räumungsklage gegen Modegeschäft“

In Braunau kämpfen Stadtgemeinde und Vermieter jetzt mit Rechtsmitteln gegen ein Kleidungsgeschäft, das die in rechtsextremen Kreisen beliebte Modemarke „Thor Steinar“ verkauft. Die Vermieter haben eine Räumungsklage eingebracht.

Der Braunauer Bürgermeister Gerhard Skiba ist mit dem Laden, der vor einem knappen halben Jahr eröffnet hat, jedenfalls gar nicht glücklich: „Dort wird Ware verkauft, deren Kunden sich in den Neonazi-Bereich hineinbewegt. Das alleine ist Grund genug, dagegen anzukämpfen.“

Bürgermeister gegen Inhaber

Vor einigen Wochen hätte der Bürgermeister das Gespräch mit dem Geschäftsbesitzer gesucht, aber vergeblich: „Bei dieser Aussprache ist von mir klipp und klar die Aufforderung auf den Tisch gelegt worden, dass das Geschäft im Interesse der Rufschädigung geschlossen werden soll. Der Inhaber hat sich jedoch darauf berufen, dass das Geschäft legal betrieben wird. Außerdem sei er auch finanziell von diesem Geschäft abhängig.“

Auch die Vermieterin will das Geschäft loswerden. Ihr ist die Sache unheimlich, nachdem vor kurzem die Scheiben eingeschlagen und Farbpakete auf die Hauswand geworfen worden sind.

Finanzielle Unterstützung

Allerdings läuft der Mietvertrag langfristig. Deshalb wurde jetzt ein Räumungsverfahren eingeleitet. Die Stadt will die Vermieterin in dem Verfahren wenn nötig sogar finanziell unterstützen.

„Schöner Leben ohne Nazi-Läden“

Auch die Kommunistische Jugend protestiert gegen das Geschäft. Unter dem Titel „Schöner Leben ohne Nazi-Läden“ werden Unterschriften gesammelt. Sollte das Geschäft tatsächlich schließen müssen, dann möchte der österreichische Gedenkdienst dort ein Signal setzen und eine Gedenkstätte errichten.

(2.06.2009, Quelle: http://ooev1.orf.at/stories/365787)