Presseaussendung: Demonstration in Braunau mit Auschwitz-Überlebender

Kundgebung mit Esther Bejarano und Microphone Mafia. Über 30 Organisationen unterstützen.

Das Bündnis „braunau gegen rechts“ ruft auch heuer zur traditionellen antifaschistischen Demonstration in Braunau am Inn auf. Unter dem Motto „Schöner leben ohne Nazis!“ treffen sich die AntifaschistInnen am Samstag, dem 19. April, um 15:00 Uhr am Bahnhof. Von dort aus bewegt sich der Demonstrationszug durch das Stadtgebiet zu einer Abschlusskundgebung am Mahnstein gegen Faschismus vor dem Geburtshaus Hitlers.

„Wir wollen die Aufmerksamkeit, die rund um den 125. Geburtstag Hitlers ohnehin nicht zu verhindern ist, für ein klares Statement gegen Rechtsextremismus nutzen!“, stellt das Bündnis klar und ergänzt: „Uns geht es darum, all jenen Ewiggestrigen, die angesichts von Hitlers Geburtstag in Feierlaune geraten, entgegenzusetzen: Wir wollen keine Nazis in unserer Stadt!“

Abschlusskundgebung mit Auschwitz-Überlebender Esther Bejarano

„Für uns ist es eine ganz besondere Ehre, dass mit Esther Bejarano eine Überlebende des Nazi-Regimes unser Anliegen unterstützt“, zeigt man sich im Bündnis „braunau gegen rechts“ erfreut darüber, dass Bejarano gemeinsam mit der bekannten Kölner Hip Hop-Band Microphone Mafia auf der Abschlusskundgebung auftreten wird.

Esther Bejarano kam 1924 in Saarlouis in einer deutsch-jüdischen Familie zur Welt, sie ist eine der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz und hat den Schrecken des NS-Regimes mitsamt Gefangenschaft in den KZs Auschwitz und Ravensbrück auf schmerzliche Art und Weise spüren müssen. Auf einem Todesmarsch im Jahr 1945 konnte sie fliehen. Sie wanderte nach Palästina aus, kam aber 1960 nach Hamburg zurück. Esther Bejarano ist Mitbegründerin und Vorsitzende des Auschwitzkomitees und Ehrenvorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes.

Rechtsextreme verspüren europaweiten Aufwind

Erst vor wenigen Wochen machte das Bündnis „braunau gegen rechts“ auf Neonazi-Aktivitäten in Braunau und Simbach aufmerksam. Aber nicht nur hier im Innviertel oder dem angrenzenden Bayern, sondern europaweit ist die rechtsextreme Szene im Vormarsch. In vielen Ländern Europas nehmen faschistische und rassistische Übergriffe rasant zu. „Die rechte Hetze, die die einen in Anzug und Nadelstreif von sich geben, sind die Stichworte für jene Schlägertruppen, die auf offener Straße Menschen brutal niederschlagen!“, zeigt man sich im Bündnis „braunau gegen rechts“ bestürzt. Jedoch ist es kein Zufall, dass in Zeiten europaweiter Sparprogramme die extreme Rechte Zulauf und Aufwind erfährt: „Dass Profite wichtiger sind als die Bedürfnisse der Menschen, zieht sich wie ein roter Faden durch die Politik!“

Breites Bündnis gegen Rechts

Dem Bündnis „braunau gegen rechts“ haben sich auch in diesem Jahr schon über 30 Organisationen angeschlossen und so wird die Demonstration von sozialdemokratischen, kommunistischen, gewerkschaftlichen, grünen und auch kirchlichen Organisationen unterstützt. Gemeinsames Ziel ist eine lautstarke und friedliche Demonstrationskundgebung am Samstag, dem 19. April, in Braunau. „Als breites, überparteiliches Bündnis wollen wir mit dieser Demonstration ein unmissverständliches Zeichen gegen Rechtsextremismus und Neofaschismus setzen“, erklärt da Bündnis „braunau gegen rechts“ abschließend.