Neonazis von „Blood & Honour“ touren durch Österreich – Halt in Braunau geplant

Quelle: a.i.d.a.-Archiv München

Quelle: a.i.d.a.-Archiv München

Internationales Neonazi-Netzwerk tourt durch Österreich und Bayern und will auch in Braunau Halt machen – Antifaschistische Demo in wenigen Tagen

Der ungarische Teil des internationalen „Blood and Honour“-Netzwerks will im August 2015 durch Bayern und Österreich touren. Auf dem Programm stehen ausschließlich Orte mit NS-Bezug, wie die antifaschistische Informations- und Dokumentationsstelle aus München, das a.i.d.a.-Archiv, auf ihrer Homepage bereits im März berichtete.

Braune Tour durch Österreich und Bayern

Nach a.i.d.a.-Informationen wollen die Neonazis am 13. August in Budapest starten und mehrere Tage lang Orte mit NS-Bezug aufsuchen. Bei einem ersten Zwischenstopp in Wien ist ein Besuch der Akademie der Bildenden Künste vorgesehen. Beim Militärmuseum im niederösterreichischen Sonntagberg sind dann 30 Minuten eingeplant, um sich Uniformen und Ausrüstung der NS-Wehrmacht anzuschauen. In Braunau planen die Neonazis einen „Abendspaziergang“ mit anschließender Übernachtung. Die darauffolgenden Tage wollen die Neonazis nach Landshut, Nürnberg, München und Berchtesgaden reisen.

Blood and Honour“ ist ein internationales Netzwerk, das es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, neonazistische Musikgruppen miteinander zu koordinieren und verbotene NS-Propaganda zu verbreiten. Weltweit ist von bis zu 10.000 Mitgliedern auszugehen, mit „Combat 18“ verfügt die Organisation sogar über einen bewaffneten Arm. In Deutschland ist „Blood and Honour“ bereits seit dem Jahr 2000 verboten.

Erinnern heißt Handeln – Bündnis ruft zu Antifa-Demo auf

Gemeinsam müssen wir verhindern, dass das gefährliche Neonazi-Netzwerk Braunau als Pilgerstätte für ihre rechtsextreme Hass-Propaganda missbraucht!“, reagierte das antifaschistische Bündnis „braunau gegen rechts“ auf die Recherche-Ergebnisse des a.i.d.a.-Archivs. Von den „Blood & Honour“-Plänen hat das Bündnis selbst erst vor wenigen Tagen durch eine anonyme E-Mail erfahren.

Am kommenden Samstag, 18. April 2015, ruft das Bündnis „braunau gegen rechts“ alle demokratischen und antifaschistischen Kräfte zur Teilnahme an der antifaschistischen Demonstration „Erinnern heißt Handeln – gegen Nazis, Rassismus und Sozialraub!“ auf. Die neuerlichen Neonazi-Aktivitäten bestätigen die Wichtigkeit der jährlich stattfindenden antifaschistischen Demonstration in Braunau:Zeigen wir unmissverständlich, dass Neonazis und Hitlerpilger in unserer Stadt nicht willkommen sind – gehen wir gemeinsam gegen rechte Umtriebe auf die Straße!“

Treffpunkt ist um 15:00 Uhr am Bahnhof Braunau, von dort aus bewegt sich der Demonstrationszug durch das Stadtgebiet zu einer Abschlusskundgebung am Mahnstein gegen Faschismus vor dem Geburtshaus Hitlers.

Es braucht einen entschlossenen Protest gegen rechtsextreme Umtriebe, Neonazis dürfen niemals das Gefühl bekommen, dass ihre Hetze toleriert oder gar akzeptiert wird!“, bekräftigt das Bündnis „braunau gegen rechts“ ihren Aufruf zur Demonstration und ergänzt abschließend: „Der Gedenkstein vor Hitlers Geburtshaus erinnert uns an unsere Verantwortung, nie wieder tatenlos zuzusehen, wenn Neonazis ihr Unwesen in Österreich treiben. Wir wollen unsere Stadt nazifrei!“

Infos: a.i.d.a.-Archiv