Ungarische Neonazis touren durch Österreich – Halt in Hitlers Geburtsstadt Braunau geplant

Das Neonazi-Netzwerk „Blood & Honour“ tourt von 13. bis 16. August durch Österreich und Bayern. In Braunau wollen die Rechtsextremen einen „Abendspaziergang“ abhalten.

In den kommenden Tagen will die ungarische Sektion des internationalen Neonazi-Netzwerks „Blood & Honour“ von Budapest aus starten und in Österreich und Bayern Orte mit NS-Vergangenheit besuchen. Als erster Zwischenstopp ist am 13. August ein Besuch der Akademie der Bildenden Künste in Wien geplant – also derjenigen Universität, die im Jahr 1907 Adolf Hitler abgewiesen hatte. Bei einem Besuch des Militärmuseums im niederösterreichischen Sonntagberg wollen sich die Neonazis die Uniformen und Ausrüstung der NS-Wehrmacht ansehen. Das Tagesziel aber scheint Hitlers Geburtsstadt Braunau am Inn zu sein, dort steht ein „Abendspaziergang“ mit anschließender Übernachtung am Programm der Rechtsextremen. An den darauffolgenden Tagen wollen die „Blood & Honour“-Mitglieder noch Halt in Landshut, Nürnberg, München und Berchtesgaden machen, bevor es dann wieder zurück nach Budapest gehen soll.

Behörden müssen Tour gewaltbereiter Neonazis verhindern

Das Bündnis „braunau gegen rechts“ fordert die Behörden zum konsequenten Handeln auf, eine Durchreise des als besonders gefährlich eingestuften und in Deutschland längst verbotenen Neonazi-Netzwerks durch Österreich und Bayern muss unter allen Umständen verhindert werden. „Auf das Konto des weltweit agierenden ‚Blood & Honour‘-Netzwerks gehen Morde, Anschläge und Überfälle. Mit ‚Combat 18‘ verfügen die Neonazis sogar über einen bewaffneten Arm“, unterstreicht ein Sprecher des Bündnisses „braunau gegen rechts“ die Gewaltbereitschaft der sich ankündigenden Neonazis.

Blood and Honour“ ist ein internationales Netzwerk, das es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, neonazistische Musikgruppen miteinander zu koordinieren und verbotene NS-Propaganda zu verbreiten. Weltweit ist von bis zu 10.000 Mitgliedern auszugehen. Der Name des Netzwerks hat zudem eindeutigen Bezug auf die historische NSDAP. Die Worte „Blut und Ehre“ waren auf den Fahrtenmessern der Hitlerjugend eingraviert und die Nürnberger Rassengesetze wurden offiziell „Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ genannt.

Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen?

Empört ist das Bündnis „braunau gegen rechts“ über das Schweigen der offiziellen Stadtpolitik zu den Plänen der Neonazis. Denn obwohl das Bündnis „braunau gegen rechts“ bereits im April dieses Jahres eine breite Öffentlichkeit über die angekündigte Tour des „Blood & Honour“-Netzwerks informiert hatte, versuchen die Verantwortlichen der Stadt Braunau das Problem ganz offensichtlich auszusetzen. „Diese unsägliche Vogelstrauß-Politik ist bezeichnend für den Umgang der oberösterreichischen Landespolitik mit rechtsextremen Umtrieben!“, zeigt sich das Bündnis verärgert.

„Braunau grüßt seine Gäste – Nazis grüßt es nicht!“

Für das Bündnis „braunau gegen rechts“ steht jedenfalls fest, dass es in Braunau keinen Platz für Hitlerpilger und Nazischläger geben darf. Deshalb wollen Aktivisten des Bündnisses mit Informationsmaterial unter dem Titel „Braunau grüßt seine Gäste – Nazis grüßt es nicht!“ auf die Nazi-Tour reagieren. „Wir wollen unmissverständlich zeigen, dass wir gewaltbereite Neonazis nicht in unserer Stadt willkommen heißen!“, heißt es vonseiten des Bündnisses abschließend.