Neonazis gedenken an SA-Sturmführer Horst Wessel in Braunau

Screenshot-Altermedia

Screenshot des zitierten „Altermedia“-Artikels – neonazistische Propaganda vom feinsten!

Wieder Neonazi-Aktivitäten in Braunau. Antifaschistische Demonstration geplant.

In den beiden benachbarten Städten Braunau und Simbach am Inn wurden am 23. Februar 2014 an mehreren Plätzen Kreuze mit dem Schriftzug „Horst Wessel“ von mutmaßlichen Neonazis angebracht. Auf der Webseite „Altermedia“ – die für einschlägig rechtsextreme Inhalte bekannt ist – brüstet man sich nun damit, an „diese Vorbildsperson an seinem 81. Todestag zu gedenken“.

Mit dieser Aktion will man offenbar den SA-Sturmführer Horst Wessel, Verfasser der nach ihm benannten NSDAP-Parteihymne, als gefallenen Märtyrer feiern. Wessel solle „der deutschen Jugend als Vorbild in Idealismus und Opferbereitschaft gelten“, heißt es auf „Altermedia“. Nicht nur während des NS-Faschismus hatte die Glorifizierung des SA-Sturmführers Tradition, für die heutige Neonazi-Szene war selbst das Grab von Horst Wessel in Berlin bis zur Auflösung im Juni 2013 eine beliebte Pilgerstätte.

Grenzübergreifende Neonazi-Aktivitäten

Bereits im Oktober 2013 wurde auf der Neonazi-Homepage „Freies Netz Süd“ berichtet, dass „niederbayrische und ostmärkische Kameraden“ auf dem Soldatenfriedhof in Haselbach/Braunau für die „tapferen gefallenen Groß- und Urgroßväter“ und für den kürzlich verstorbenen NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke eine Gedenkveranstaltung durchgeführt haben. Ein halbes Jahr zuvor – im März 2013 – hielten Neonazis derselben Kameradschaft ein selbsternanntes „Heldengedenken“ in der Braunauer Stadtpfarrkirche ab.

Alles deutet darauf hin, dass zwischen oberösterreichischen und bayrischen Neonazis längst eine rege Zusammenarbeit existiert, die Grenze am Inn dürfte hier weder ideologisch noch organisatorisch bestehen.

Im Bündnis „braunau gegen rechts“ ist man sich einig: „Neonazis sind in unserer Stadt nicht erwünscht und wenn es hier etwas zu gedenken gibt, dann ist es das Andenken an die Millionen Opfer des verbrecherischen Nazi-Regimes!“

Demonstration: Schöner leben ohne Nazis!

Vor 125 Jahren – am 20. April 1889 – wurde Adolf Hitler in Braunau geboren. Seither hat die Stadt am Inn ein schweres historisches Erbe zu tragen, die Geburtsstadt des faschistischen Diktators zu sein. Braunau selbst kann nichts für das unsägliche Leid, das ist unumstritten, richtig ist auch, dass Hitler nur wenige Jahre seiner Kindheit hier verbrachte. Es geht aber auch nicht darum, der Stadt und den Menschen, die hier leben, die Verantwortung für die Nazi-Tyrannei aufzubürden. Sondern es geht darum, all jenen Ewiggestrigen, die anlässlich Hitlers Geburtstag auch heute noch in Feierlaune geraten, ein deutliches Zeichen entgegenzusetzen. Das Bündnis „braunau gegen rechts“ ruft deshalb am Samstag, dem 19. April 2014, unter dem Motto „Wir stehen auf: Schöner leben ohne Nazis!“ zu einer breiten, antifaschistischen Demonstration auf.

 

Wir stehen auf: Schöner leben ohne Nazis!
Samstag, 19. April 2014, um 15:00 Uhr
am Bahnhof Braunau/Inn