Experte über Braunauer Neonazis: „So schlimm ist es nirgendwo!“

BRAUNAU. Im Vorfeld von Adolf Hitlers Geburtstag am 20. April rücken wieder die Neonazis ins Rampenlicht. Die Kommunistische Jugend Braunaus beklagt „untragbare Situationen“, und ein Linzer Rechtsextremismusexperte sagt überhaupt: „So schlimm wie in Braunau ist es nirgendwo in Österreich.“

Lukas H., der Sprecher der Kommunistischen Jugend Braunau, zählt in einer Presseaussendung zahlreiche Verfehlungen auf. Skinheads würden vor dem Hitler-Haus für Erinnerungsfotos posieren, Hakenkreuze würden gleich reihenweise tätowiert werden und Antifaschisten würden mit Mord bedroht werden. „Die Situation ist nicht mehr tragbar“, so Haslwanter.

Der Linzer Rechtsextremismus-Experte Thomas Rammerstorfer bestätigt: „Braunau ist zur Hochburg einer neonazistischen Jugendkultur geworden. So schlimm ist es wohl sonst nirgends in Österreich, das wird auch jeder Jugendarbeiter dort bestätigen.“ Organisiert seien die Neonazis in verschiedenen Kameradschaften.

Erschreckendes würde auch ein Blick ins „Facebook“ ans Tageslicht fördern. Auf der Internet-Plattform würden sich Neonazis ungeniert austoben. So fände sich zum Beispiel die Passage: „Ein Jude sollte wie eine Lampe sein: hängen bei Tag und brennen bei Nacht.“ Fast 500 Freunde könnten das sehen, keiner widerspreche, dafür gebe es Dutzende Kommentare „Gefällt mir!“.

Rammerstorfer: „Die Neonazis fühlen sich völlig sicher und haben anscheinend nichts von den Behörden zu befürchten. Der Verfassungsschutz hat seine Arbeit mehr oder weniger eingestellt.“ Auch die lokale Polizei zeige wenig Elan, so ein weiterer Vorwurf.

Angesichts der Gewaltbereitschaft der Braunauer Neonazi-Szene brauche es am Samstag, 14. April, einen breiten gemeinsamen Protest gegen Rechts, sagt Lukas Haslwanter. An diesem Tag findet heuer die alljährlich stattfindende antifaschistische Demonstration vom Bündnis „braunau gegen rechts“ statt. Sammelpunkt ist der Bahnhof Braunau um 15 Uhr. 2011 soll dieser friedliche Protest laut Haslwanter von mehr als 30 Neonazis gestört worden sein.

(21.02.2012, Quelle: http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/innviertel/Experte-ueber-Braunauer-Neonazis-So-schlimm-ist-es-nirgendwo;art70,822666)