Braunau: Breites Bündnis ruft zu Demo „Schöner leben ohne Nazis!“ auf

48 Organisationen unterstützen die antifaschistische Demonstration einen Tag vor Hitlers 125. Geburtstag. Bayrische Neonazis versuchen durch Aktionen zu provozieren.

Unter dem Motto „Schöner leben ohne Nazis!“ will das Bündnis „braunau gegen rechts“ am Samstag, dem 19. April 2014, all jenen Ewiggestrigen, die angesichts des 125. Geburtstag Hitlers noch immer in Feierlaune geraten, ein deutliches Zeichen entgegensetzen: „Ihr seid in unserer Stadt nicht erwünscht und wenn es hier etwas zu gedenken gibt, dann ist es das Andenken an die Millionen Opfer des verbrecherischen Nazi-Regimes!“

Millionen Tote und halb Europa in Schutt und Asche. Das war das Ergebnis von 12 Jahren Nazi-Faschismus. Braunau selbst kann nichts für dieses unsägliche Leid, das ist unumstritten, richtig ist auch, dass Hitler nur wenige Jahre seiner Kindheit hier verbrachte. „Es geht nicht darum, der Stadt und den Menschen, die hier leben, die Verantwortung für die Nazi-Tyrannei aufzubürden. Sondern es geht darum, gemeinsam ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus und Neofaschismus zu setzen!“, unterstreicht das Bündnis die Wichtigkeit der jährlichen Demonstrationskundgebung.

Nach der Auftaktkundgebung, welche um 15:00 Uhr am Bahnhof Braunau beginnt, wird sich der Demonstrationszug durch das Stadtgebiet zu einer Abschlusskundgebung am Mahnstein vorm Hitler-Geburtshaus in der Vorstadt bewegen. Dort wird die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano gemeinsam mit der Kölner Hip Hop-Band Microphone Mafia auftreten.

Mittlerweile rufen schon 48 Organisationen zur diesjährigen Demonstration in Braunau auf und so wird das Bündnis von sozialdemokratischen, kommunistischen, gewerkschaftlichen, grünen und auch kirchlichen Organisationen unterstützt.

Neonazi-Aufkleber am Braunauer Busbahnhof

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Aufkleber der Neonazi-Kameradschaft „Freies Netz Süd“

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Rechtsextreme Aktivitäten am Braunauer Busbahnhof

„NS-Zone“, „Deutschland Multikulti – wir bleiben braun!“ und „Good night left side“ steht auf den Aufklebern mit dem Schriftzug „Nationale Sozialisten Deutschland“, dem Logo der bayrischen Neonazi-Kameradschaft „Freies Netz Süd“. David Stögmüller – Bezirkssprecher der Grünen Fraktionen im Bezirk Braunau – hatte die rechtsextremen Aufkleber an den Haltestellen des Braunauer Busbahnhofs am Kolpingplatz gesichtet, sogleich fotografiert und an die Exekutive weiterleitet.

„Die zeitliche Nähe dieser rechtsextremen Aktivitäten zur antifaschistischen Demonstration ist wohl alles andere als ein Zufall, hier versuchen die Neonazis ganz bewusst zu provozieren und einzuschüchtern“, erklärt man sich im Bündnis „braunau gegen rechts“ die jüngsten Vorfälle und ergänzt: „Unmittelbare Provokationen gegen unsere Demonstration sind natürlich auch nicht auszuschließen. Wir lassen uns aber weder einschüchtern noch provozieren!“

(Bildrechte: David Stögmüller)