Antifa-Demo in Braunau: Erinnern heißt Handeln!

„Erinnern heißt Handeln – gegen Nazis, Rassismus und Sozialraub“, unter diesem Motto ruft das Bündnis „braunau gegen rechts“ am 18. April 2015 zur antifaschistischen Demonstration in Braunau auf.

Das Bündnis „braunau gegen rechts“ ruft auch heuer zu einer antifaschistischen Demonstration in Braunau am Inn auf. Unter dem Motto „Erinnern heißt Handeln – gegen Nazis, Rassismus und Sozialraub“ treffen sich die AntifaschistInnen am Samstag, dem 18. April, um 15:00 Uhr am Bahnhof. Von dort aus bewegt sich der Demonstrationszug durch das Stadtgebiet zu einer Abschlusskundgebung am Mahnstein gegen Faschismus vor dem Geburtshaus Hitlers.

Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen?

Gerade im heurigen Gedenkjahr 2015, in dem sich die Befreiung vom NS-Faschismus zum siebzigsten Mal jährt, erinnern wir vielerorts an die grausamen und schrecklichen Verbrechen dieser Zeit. Das ist auch gut und wichtig so. Gleichzeitig braucht es aber auch eine kritische und offene Auseinandersetzung mit dem heutigen Rechtsextremismus – und hierbei läuft vieles falsch!

Als im letzten Jahr der Gedenkstein vor Hitlers Geburtshaus mit blauer Farbe übergossen wurde, nahezu zeitgleich in ganz Braunau unzählige rechtsextreme Aufkleber geklebt wurden und am 20. April dann auch noch ein Rechtsextremist vor dem Geburtshaus seine rechte Hand zum Hitlergruß hob und „Heil Hitler“-Rufe skandierte, duckte sich so mancher Verantwortliche unserer Stadt lieber, als aktiv gegen ein offensichtlich vorhandenes Problem vorzugehen.

„Nicht nur hier bei uns in Braunau, sondern in Österreich ganz im Allgemeinen, werden vielfach diejenigen als Dorn im Auge empfunden, die gegen Rechts auf die Straße gehen und nicht Neonazis, die immer wieder ihr Unwesen treiben!“, kritisiert das Bündnis „braunau gegen rechts“ scharf.

Österreich im Jahr 2015: Rassistische Aufmärsche und rechte Gewalt

Hitlergrüße, faschistische Parolen und Nazigesten, gefolgt von brutalen Übergriffen auf MigrantInnen und AntifaschistInnen – das war die Bilanz des ersten Pegida-Aufmarschs in Wien. Und auch als Pegida in Oberösterreich marschierte, zeigte die angebliche „Bürgerrechtsbewegung“ ihr wahres Gesicht: Ehemalige Führungskader des Neonazi-Netzwerks „Objekt 21“ und des „Bundes freier Jugend“, gewaltbereite Fußball-Hooligans, Burschenschafter, Identitäre und verurteilte Neonazis folgten den Aufrufen. Nach dem zweiten Aufmarsch von Pegida in Linz wurden vier AntifaschistInnen von Rechtsextremen verletzt und auch zuvor in Wien kam es zu zumindest sieben rechten Übergriffen.

„Rechte Gewalt nimmt in letzter Zeit eindeutig zu und der Zusammenhang mit rassistischer Hetze ist offensichtlich“, warnt das Bündnis und ergänzt: „Mit unserer Demonstration in Braunau wollen wir ein deutliches Zeichen gegen rechte Gewalt und für Toleranz und Solidarität setzen!“

Erinnern heißt Handeln!

„Der Gedenkstein vor Hitlers Geburtshaus erinnert uns an unsere Verantwortung, nie wieder tatenlos zuzusehen, wenn Nazis ihr Unwesen in Österreich treiben“, unterstreicht das Bündnis seinen Demonstrationsaufruf. Gerade deshalb wollen die AntifaschistInnen auch heuer im Gedenkjahr 2015 auf die Straße gehen und die Aufmerksamkeit, die rund um den 20. April ohnehin nicht zu verhindern ist, für ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus nutzen!

Erinnern heißt Handeln – gegen Nazis, Rassismus & Sozialraub!
Samstag, 18. April 2015 – 15:00 Uhr Bahnhof Braunau/Inn